Russland verbietet Treibnetzfischerei, eine Wohltat für Seevögel und Meeressäuger


Tufted puffins in the Alaska Maritime National Wildlife Refuge. The species is commonly caught in driftnet salmon fishing gear in the waters off Russia's far eastern shore. Photo credit: Steve Ebbert, USFWS. Gelbschopflunde im Alaska Maritime National Wildlife Refuge. Die Spezies wird gewöhnlich in Treibnetzfanggeräten für Lachs in den Gewässern vor Russlands fernöstlicher Küste gefangen. Foto von: Steve Ebbert, USFWS.

Am 1. Juli unterschrieb Präsident Vladimir Putin einen Gesetzesentwurf zum Verbot der Treibnetzfischerei in russischen Gewässern.

Treibnetze, schwebende Wände aus Netz sind unter Wasser nahezu unsichtbar und können 12 Meter hoch und mehrere Kilometer lang sein. Es handelt sich um eine Art Kiemennetz, ein Netz, das Fische an den Kiemen hält und wird vorwiegend genutzt, um große Fischschulen zu fangen. Jedoch sind Treibnetze berüchtigt dafür, unbeabsichtigte Unterwasserlebewesen zu fangen, wie Schweinswale, Delfine, Meeresschildkröten und schätzungsweise 400.000 Seevögel pro Jahr weltweit, wie die Umweltschutzorganisation Birdlife International berichtet. Ihre Verwendung wurde in den Hoheitsgewässern vieler Länder verboten oder eingeschränkt und ist auf hoher See seit 1992 untersagt.

In Russland werden Treibnetze von russischen und japanischen Fischern im Fernen Osten des Landes genutzt, um Lachs zu fangen. Das Verbot ist Berichten zufolge teilweise gedacht, um den Küstenfischern mehr Lachs zur Verfügung zu stellen, die andere Fischereimethoden anwenden, aber deren Fänge als Folge der Treibnetzfischerei zurückgegangen sind. Das Verbot wird im Januar 2016 in Kraft treten.

A dead puffin caught in a driftnet in Russia's Kuril Islands. An estimated 140,000 seabirds are estimated to die in driftnets in Russia's exclusive economic zone. The country's new ban on drifnets is being hailed as a boon for seabirds and other marine life. Photo credit: © Greenpeace / Vadim Kantor
Ein toter Papageientaucher, gefangen in einen Treibnetz auf Russlands Kurilen. Geschätzte 140.000 Seevögel sterben Schätzungen zufolge nur in der ausschließlichen Wirtschaftszone Russlands. Das neue Verbot der Treibnetzfischerei des Landes wird als Segen für Seevögel und andere Meereslebewesen gefeiert. Foto von: © Greenpeace / Vadim Kantor


BirdLife International schätzt, dass 140.000 Seevögel jedes Jahr in der Region in Treibnetzen gefangen werden und sterben. Das ist verglichen mit allen anderen Regionen weltweit die höchste Zahl.Wesentlich betroffene Spezies sind der Gelbschopflund (Fratercula cirrhata), den Kurzschwanz-Sturmtaucher (Ardenna tenuirostris), die Dickschnabellumme (Uria lomvia) und der Schopfalk (Aethia cristatella).

Meeressäuger, die von dem Verbot profitieren werden, umfassen den auffallend gezeichneten Weißflankenschweinswal (Phocoenoides dalli) und die Bandrobbe (Histriophoca fasciata) sowie den Pazifischen Weißseitendelfin (Lagenorhynchus obliquidens), so die Gruppe.


An adult male ribbon seal in eastern Russia's Ozernoy Gulf. Ribbon seals and other marine mammals can become entangled and drown in driftnet fishing gear. Photo credit: Michael Cameron, NOAA/NMFS/AKFSC/NMML.

Eine adulte, männliche Bandrobbe im Golf von Ozernoy im östlichen Russland. Bandrobben und andere Meeressäuger können sich in Treibnetzfanggeräten verfangen und ertrinken. Foto von: Michael Cameron, NOAA/NMFS/AKFSC/NMML.



„Das Verbot dieser riesigen Netze in russischen Gewässern ist für unzählige Tiere im Nordwestpazifik eine fantastische Sache und wir unterstützen das Ende einer Fischereimethode mit so schweren Kollateralschäden an der Meerestierwelt“, so Cleo Small, Leiter des Meeresprogramms von BirdLife in einer Stellungnahme.


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Dickschnabellummen, eine weitere Vogelart, die häufig in Treibnetzfanggeräten für Lachs in russischen Gewässern gefangen werden. Foto von: Josh Keaton, NOAA/NMFS/AKRO/SFD.

Andere Verfechter des Umweltschutzes feiern das Verbot ebenfalls. „Das Verbot der Treibnetzfischerei [sic] ist ein großer Gewinn für jeden, der sich um den Erhalt von Vögeln, Lachs und Schweinswalen im Fernen Osten Russlands bemüht“, so Sergey Korostelev, der Koordinator des Meeresprogramms des WWF im Kamchatka Bering Sea Ecoregional Office in einer Stellungnahme. Die Gruppe befürwortet ein solches Verbot seit vielen Jahren.

Das Verbot hat Berichten zufolge die Beziehung zwischen Russland und Japan belastet. Japanische Fischer – speziell von der nördlichen Insel Hokkaido – fischen seit den 90er Jahren Lachs mit Treibnetzen in russischen Gewässern.

Der japanische Kabinettssekretär Yoshihide Suga erklärte während einer Pressekonferenz letzte Woche, dass das Gesetz „zutiefst bedauert wird“, so The Moscow Times. Das Medium und andere Zeitungskonzerne berichteten, dass das Verbot Japan $200 Millionen kosten wird.


Crested Auklets in Russia's Kuril Islands. Photo credit: Austronesian Expeditions.

Schopfalken auf den russischen Kurillen. Foto von: Austronesian Expeditions.



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