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Menschliche Bewohner
![]() Waldmenschen heute Die tropischen Regenwälder haben seit ältester Zeit Menschen ernährt. Obwohl man das Leben im Wald nicht als leicht bezeichnen kann, haben diese Menschen ihr Leben nach dem umgebenden Wald und seinen Systemen ausgerichtet. Folglich stellen sie einen großen Schatz an Wissen über den Wald dar. Sie kennen die medizinischen Eigenschaften der Pflanzen und verstehen den Wert des Waldes als intaktes Ökosystem. Wenn die Wälder fallen, verlieren diese indigenen Völker ihren Wohnraum und ihre Kultur. Konflikte mit Siedlern, die auch Krankheiten und Haustiere mitbringen, haben zum Niedergang der Urbevölkerung in vielen Gebieten geführt. Manchmal bekommen Stammesgruppen die Möglichkeit, zu wählen, ob ihre Gebiete erschlossen oder im Naturzustand belassen werden sollen. Wenn sie erschlossen werden, erwarten sich indigene Völker allgemein, dass sie in den Genuss einiger Vorteile des "zivilisierten" Lebens kommen, einschließlich besserer Bildung für ihre Kinder, Zugang zum Gesundheitssystem und Infrastruktur wie Straßen und Strom. In anderen Fällen kann sich die Gruppe dafür entscheiden, ihre mehr gewohnte natürliche Lebensweise im Wald beizubehalten und eine Erschließung abzulehnen. Häufiger ist eine indigene Gruppe zwischen den beiden Möglichkeiten gespalten, und ein bitteres Zerwürfnis bildet sich innerhalb der Gemeinschaft. Manchmal unterzeichnet eine Erschließungsfirma einen Vertrag mit denjenigen, die für die Erschließung sind, und ignoriert die Ansprüche derjenigen, die den Status Quo erhalten möchten. In Papua New Guinea zum Beispiel haben sich manche Mitglieder des Stammes der Bahineimo dafür entschieden, ihr Land an Holzfirmen zu verkaufen. Nachdem der Vertrag unterzeichnet war, stellte sich heraus, dass viele der Unterschriften gefälscht waren, und die Regierung machte den Vertrag ungültig. In ähnlicher Weise haben im vom Öl verheerten Ecuador Ölgesellschaften daraufhin gearbeitet, hochrangige Mitglieder indigener Organisationen dahingehend zu beeinflussen, dass sie die Ölerschließung in Indianergebieten zuließen, während sie diejenigen ignorierten, die gegen die Erschließung waren Taktiken von "Teile und erobere" werden häufig angewandt, um indigene Organisationen zu spalten, so dass ihre Macht geschwächt und Kapital aus der traditionellen Feindschaft zwischen Stammesgruppen geschlagen wird. Indigene Gruppen kämpfen schließlich gegeneinander statt gegen die Erschließer.
Traditionell ergreifen die Regierungen tropischer Länder Partei für die wirtschaftliche Entwicklung, zuungunsten der Interessen von "marginalen" indigenen Völkern. Darum unterstützt die Regierung häufig die indigenen Völker darin, Firmen den Vortritt zu lassen, und betont dabei gegenüber dem Preis, der vielleicht zu zahlen sein wird, die Anreize, die die Erschließung bringen wird. Auch wenn dies in der heute in zunehmendem Maße demokratisierten Gesellschaft weniger häufig geworden ist, stellen manche Regierungen noch immer in einseitiger Weise Firmen indigenes Land zur Erschließung zur Verfügung. Einige Länder weigern sich noch immer, indigene Landrechte anzuerkennen, egal wie klein oder wie legitimiert ihre Landansprüche sind Heute entscheiden sich viele indigene Völker dafür, langsam in die Gesellschaft außerhalb assimiliert zu werden. Sie streben nach den augenscheinlichen Vorteilen von Baumwoll-T-Shirts, Metalltöpfen und Tupperware. Sie sind beeindruckt von den Einbäumen mit Außenbordmotor und den das Gesicht bedeckenden Sonnenbrillen, die von Touristen, die sich bei ihnen aufhalten, getragen werden. Wenn sie sich dieser Kultur zuwenden, gehen Elemente ihrer eigenen verloren. Da junge Leute zunehmend den Wald verlassen, wird die ursprüngliche Lebensweise vergessen, und ein beträchtliches Maß an Wissen über die verwobene Struktur und Komplexität des Regenwaldes gehen für immer verloren. Verloren ist das Wissen um Heilpflanzen. Verloren sind die einzigartigen Methoden der Kultivierung im Regenwald, die heute von Nutzen sein könnten. Verloren ist das Verständnis des ökologischen Wertes des Regenwaldes, zusammen mit der Anerkennung der Tatsache, dass die Wälder zum Vorteil der Menschen erhalten und genutzt werden können. Verloren sind die einzigartigen Kulturen, die im Wald seit Tausenden von Generationen gelebt haben. Ob diese indigenen Menschen das, was sie suchen, finden, wenn sie den Wald verlassen, können nur sie selbst wissen. Traurigerweise hegen anscheinend viele Indigenen irrige Annahmen über das Leben außerhalb des Regenwaldes. Wenn sie in die Städte oder in landwirtschaftliche Projekte der Regierung ziehen, betreten sie eine ungewohnte Umgebung, wo sie häufig gemieden werden. Da ihnen die Fähigkeiten, die von der Gesellschaft hochgehalten werden, und eine angemessene westliche Bildung fehlen, sind indigene Völker häufig dazu verurteilt, ein Leben in Armut auf der niedrigsten Stufe der lohnempfangenden Klasse zu führen. Sehr wenige Menschen, die den Wald in Richtung Stadt verlassen, schaffen erfolgreich alleine den Übergang, und viele kehren schließlich auf die eine oder andere Weise in ihr angestammtes Gebiet zurück In zunehmendem Maße werden indigene Völker, statt darin unterstützt zu werden, in die Städte oder auf landwirtschaftliche Parzellen zu ziehen, in ökonomische Planungen der Kommunen und multipel genutzte Reservate miteinbezogen. Mit diesem System können Stammesgruppen weiterhin auf traditionelle Weise leben, wenn sie es wünschen, aber dennoch ein Einkommen haben. Etliche NGOs haben Projekte initiiert, die indigene Völker darin unterstützen, Verbindungen zu ihrer Vergangenheit aufrechtzuerhalten, so dass ihr Wissen um das Ökosystem des Waldes nicht gemeinsam mit ihrer Kultur ausstirbt. Die neuen Bewohner des Regenwaldes
Gewalt zwischen kleinen Bauern und Großgrundbesitzern ist im Amazonasgebiet die Regel. Die Pastoral Land Commission, eine Nichtregierungsorganisation, die im Amazonasbecken arbeitet, hat festgestellt, dass 2004 die Kämpfe um Gebiete auf dem brasilianischen Land einen Höhepunkt in mindestens den letzten 20 Jahren erreicht haben. Nach dem Jahresbericht der Organisation sind die dokumentierten Konflikte um Land zwischen Bauern, Farmern und Grundstücksspekulanten im Jahr 2004 auf 1801 angestiegen, im Vergleich zu 1690 Konflikten im Jahr 2003 und 925, die 2002 vermerkt wurden. Solche Konflikte machten 2005 internationale Schlagzeilen mit der Ermordung von Dorothy Stang, einer amerikanischen Nonne, deren Arbeit dem Schutz der Rechte und Interessen kleiner Bauern im brasilianischen Bundesstaat Para galt. Der Mord an ihr ließ international den Ruf laut werden, die Aktivitäten von Todesschwadronen und die Abholzung im Amazonasgebiet zu beenden, und brachte die brasilianische Regierung dazu, neue geschützte Gebiete einzurichten und Tausende von Truppen in die Region zu schicken. Stangs Mörder, die angeblich von lokalen Landbesitzern angeheuert worden waren, wurden im Dezember 2005 zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Fragen im Rückblick:
[Version drucken | Spanisch] Fortsetzung: Abholzung |
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©2007 Rhett Butler |