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80% der Regenwaldfläche in malaysisch Borneo ist von Abholzung bedroht
Rhett A. Butler, mongabay.com
Übersetzt von Dominique Lottes
February 26, 2014



Bulldozer an einer Einschlagstelle in Borneo

Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass 80% der Regenwaldfläche in malaysisch Borneo von Abholzung betroffen ist. Die umfassende Studie liefert eine Beurteilung der Ausmaße von industrieller Abholzung und der damit verbundenen Entstehung von Infrastruktur in einem Gebiet, das vor dreißig Jahren noch zu den wildesten der Erde gehörte.

Die Studie wurde von einem Team der University of Tasmania, University of Papua New Guinea und der Carnegie Institution for Science durchgeführt und basiert auf der Analyse von Satellitenaufnahmen des Landsat Analysis System-lite (CLASlite). Hierbei handelt es sich um eine frei zugängliche Plattform für die Analyse von Raubbau und Rodung in Wälder. Die Aufzeichnungen begannen im Jahr 2009.

In der Studie sprechen die Autoren von ca. 364.000 km (226,000 Meilen) an Infrastruktur (Straßen, Wege, Pfade), die sich durch Sabah und Sarawak zieht. Die Studie zeigt auch, dass knapp 80% Fläche in beiden Staaten von Abholzung betroffen ist. Im besten Fall sind noch 45 400 km2 des Ökosystems dieser Regenwälder intakt.

“Das Ausmaß der Abholzung in Sabah und Sarawak ist erschreckend“, sagt der Co-Autor der Studie, Phil Shearman, von der University of Papua New Guinea. „Die Holzindustrie ist bereits in das Herz von Borneo vorgedrungen und es existiert nur noch eine geringe Fläche, die unberührt und intakt ist.“

“In vielen tropischen Ökosystem dieser Welt herrschen Krisen und unsere Arbeit zeigt das Ausmaß der Krise im malaysisch Borneo”, fügt die verantwortliche Autorin, Jane Bryan, von der University of Tasmania, hinzu. „Nur noch ein geringer Restbestand ist intakt, da bereits eine riesige Fläche für die Holzgewinnung oder die Produktion von Palm-Öl abgeholzt wurde.“

Die großen, alten Bäume, die als Kohlenstoffspeicher dienten und das Ökosystem der Regenwälder in der Vergangenheiten unterstützten wurden durch Öl-Palmen und Industriehölzer ersetzt, oder einfach abgeholzt“.

The state of forests in Malaysian Borneo (Sabah and Sarawak) in 2009


Der Zustand des Regenwaldes in malaysisch Borneo (Sabah und Sarawak) im Jahr 2009. Die Autoren nennen ihre Schätzung „Zurückhaltend“, da die Studie keine Auskunft über Flächen im indonesischen Teil Borneos gibt. Die Autoren gehen jedoch von ähnlichen Ausmaßen aus.


Die malaysischen Regenwälder sind zudem die Heimat für einige besondere Tierarten, wie dem Borneo-Orang-Utan, Zwergelefanten, Nebelparder, Nasenaffen und das Sumatra-Nashorn. All diese Tierarten stehen vor dem Aussterben. Durch die Abholzung, Säuberrungsfeuer und die Umwandlung in Plantagen werden riesige Mengen an Kohlenstoff freigelassen, da das Ökosystem auch als Speicher für dient.

Die Analysen zeigen, dass Abholzung und Umwandlung zu Plantagen bereits einen hohen Preis in beiden Regionen fordern. Die hohe Dichte an wirtschaftlich nutzbaren Flügelfruchtgewächsen ist einer der Gründe, warum die Auswirkungen der Abholzung in Borneo massiver als in Latein-Amerikanischen Länder oder in Afrika sind. Holzfäller roden mehr Bäume per Hektar und verursachen somit erheblichen Schaden und längere Ernte Zyklen. Geringe Erträge zwischen den Ernten führen zu einer Umwandlung in Plantagen für Nutzhölzer oder Palm-Öl.


Eine Holzfäller route in malaysisch Borneo im Jahr 2012. Photo by Rhett A. Butler.


“Diese Abholzungs-Strategien sehen die Rodung des Hauptbestandes der wirtschaftlich genutzten Flügelfruchtgewächse (> 60cm im Durchmesser auf Brusthöhe) im ersten Erntezyklus vor (> 45 cm in Sarawak für nicht-Flügelfruchtgewächse). 50-150 m3ha-1 des Bestandes wird in der ersten Ernte gefällt, mit dem Ziel ausreichender Bestandserhaltung für eine zweite Ernte in 25-30 Jahren“, schreiben die Autoren. „Weitreichende Schäden für Erde, Wasserwege, Waldstrukturen und übrig gebliebene Bäume werden durch diese Art der Abholzung entstehen. Eine Wiederholung der Erntezyklen wird auch zu einem Abbau der Biomasse führen. Die Auswirkung von Bulldozern beträgt ca. 30-40% und die Schäden für den Restbestand des Waldes belaufen sich auf ca. 40-70%. Diese Gründe verhindern eine Aufrechterhaltung der anfänglichen Erntezyklen für Nutzhölzer, da der Zeitraum von 25-30 Jahren zwischen den Ernten zu kurz für eine Regeneration ist“.

Das Ergebnis ist erheblicher Schaden für den Regenwald: 44% des Regenwaldes werden als „abgebaut“ oder „schwer abgebaut“ klassifiziert, während weitere 28% zu Plantagen umgewandelt wurden oder sich im einer Prozess der Regenerierung befanden.

“Es gibt nur noch sehr wenige Flächen Regenwald in den malaysischen Staaten Sabah und Sarawak, die nicht von Raubbau und Abholzung betroffen sind – und alles in den vergangenen 20 Jahren“, erzählte Bryan mongabay com.

Zeitaufnahmen zeigen Straßen und abgeholzte Flächen in der Region Sarawak.
Zeitaufnahmen zeigen Straßen und abgeholzte Flächen in der Region Sarawak.


Die Studie beinhaltet auch Regenwaldflächen in geschützten Regionen. In 2009 waren nur 8% der Fläche Sabahs von intakten Regenwäldern bedeckt, die unter Schutz standen. Dies repräsentiert 31% der intakten Regenwaldfläche des Staates. In Sarawak war die Situation im Jahr 2009 weitaus trostloser, denn nur 3% der Regenwaldfläche steht unter Naturschutz. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass bis zu 85% der intakten Regenwaldfläche in Sarawak ungeschützt ist.


Jedoch ändert sich die Situation in Sabah. Seit 2009 hat das Forestry Department (Amt für Forstwirtschaft) weite Flächen unter Naturschutz gestellt. Die Fläche beträgt fast eine Million Hektar Regenwald. Diese Waldgebiete wurden als „Klasse I“-Zonen eingestuft und somit vor Abholzung und industrieller Nutzung geschützt. Nach Ablauf der existierenden Konzessionen wird das Forestry Department eine Klassifizierung des Waldes in weiteren Gebieten verfügen. „Die Idee ist langfristige Produktion anzukurbeln, indem die gezielte Rodung in sekundär Wäldern nachhaltiger gestaltet wird“, sagte der zuständige Direktor, Sam Mannan.

“Es gibt nur noch sehr wenig Primärwälder in Sabah, aber dort wo sie noch existieren, versuchen wir sie zu schützen”, erklärt Mannan mongabay.com. Die kürzlich hinzugefügte „Klasse I“ schließt holzwirtschaftlich stark, übernutzte Flächen ein. Die Zukunft der Regenwälder in Sabah liegt in den stark entwaldeten Gebieten

“Alle langfristigen Lizenzträger, d.h. 99% der Fläche in Sabah, müssen bis 2014 unter international anerkannten Klassifizierungs-Modellen, dem Forest Stewardship Council (FSC) eingeschlossen, eingestuft werden“.

Mannan fügte hinzu, dass die aktuellen Satelliten Aufnahmen für Länder wie Malaysia hilfreich sein könnten, da mit Hilfe dieser Aufnahmen eine Verwaltung der Ressourcen erleichtert wird. Auch würde man erkennen, welche Flächen unter Naturschutz gestellt werden müssen.

“Unternehmen in Besitz von Satelliten Technik sollten Ländern mit Regenwäldern Aufnahmen umsonst und in Echtzeit zur Verfügung stellen“, sagte er.


Einschlagstelle in Sabah, malaysisch Borneo




Die Untersuchung basiert auf frei zugänglichen Satellitenaufnahmen des NASA Landsat-Satelliten, der alle 16 Tage ein Bild von jedem Punkt der Erde macht. Die Daten wurden anschließend mit der CLASlite-Software analysiert, welche von Greg Asner und seinem Team am Carnegie Institut für Wissenschaft (Carnegie Institution for Science) entwickelt wurde.

Frühere Untersuchungen haben die Wälder in malaysisch Borneo bereits zuvor kartographiert. Laut den Autoren liefert die neue Studie, jedoch zum ersten Mal eine umfassende Dokumentation der Degradierung und der Infrastruktur der Region.

“Das drastische Ausmaß der Abholzung und der Infrastruktur, die beinahe das gesamte Regenwaldgebiet in Sabah und Sarawak in Mitleidenschaft zieht, mag vielen überraschend erscheinen. Dies liegt daran, dass vorherige Studien Aufnahmen mit niedriger Auflösung verwendet haben, um die Gebiete zu kartographieren. Jedoch ist es mit dieser Art von Aufnahmen nicht möglich die Abholzung zu erkennen. Erst mit Verwendung von hochauflösenden Aufnahmen wird das wahre Ausmaß sichtbar“, teilten die Autoren mongabay.com in einer Email mit. In der Mail fügten sie hinzu, dass die Unterscheidung zwischen Abgeholzten und intakten Flächen die „größte Herausforderung“ darstellte.

Autoren BRYAN & SHEARMAN

Zusammenfassung der Ergebnisse?

Es gibt zwei wichtige Erkenntnisse. Erstens; es gibt nur noch sehr wenig Regenwaldfläche in den malaysischen Staaten, Sarawak und Sabah, die nicht von Abholzung und Kahlschlag betroffen sind. Die massive Rodung begann bereits 1990. Wir schätzen, dass nur rund 22% der Landfläche malaysisch Borneos mit unberührtem Regenwald bedeck ist. Die enormen Ausmaße der Abholzung und der Fakt, dass die Straßen beinahe die gesamte Fläche an bestehenden Wälder in Mitleidenschaft ziehen, mag für viele eine Überraschung sein. Das liegt daran, dass ältere Studien keine hoch-auflösenden Aufnahmen verwendeten und es nicht möglich war die Abholzung zu sehen - bis zu dem Einsatz Technik für unsere Studie.

Zweitens; wir konnten feststellen, dass im Gegensatz zu den Flächen in malaysisch Borneo, Wälder in Brunei zum Großteil unberührt geblieben sind, obwohl die Staaten dieselben Grenzen teilen. Die Unterschiede in den Länder sind verblüffend. Auf der malaysischen Seite der Grenze konnten wir eine ausgedehnte Infrastruktur erkennen, die sich durch die Wälder zieht und an der Grenze zu Brunei abrupt endet - in Brunei gibt es kaum Straßen oder Wege in den Wäldern. Auf der einen Seite der Grenze kam es seit 1990 zur weitflächigen Rodung und auf der andern Seite ist kaum von Abholzung oder Rodung zu sprechen - es ist ein großer Unterschied. In den vergangenen Jahrzehnten hat Brunei seinen wirtschaftlichen Reichtum durch die Förderung von Öl und Gas erlangt und ist sehr erfolgreich im Schutz seiner Wälder. Das hat dazu geführt das mehr als die Hälfte der Landfläche Bruneis noch heute mit einem intakten Regenwald bedeckt ist, während malaysisch Borneo bestenfalls noch über 22% intakter Regenwaldfläche verfügt. Es muss jedoch angemerkt werden, dass Brunei sehr viel kleiner ist (ca. 3% der Fläche malaiisch Borneos).

Gibt es Vorschläge für Regulierungen zur Erhaltung der Wälder?

Der Vergleich zwischen Brunei, das noch mehr als die Hälfte seines Regenwaldes besitzt, und Sabah und Sarawak, die bestenfalls noch 22% intakter Fläche besitzen, zeigt, dass der komplette Verzicht auf Abholzung, ein sehr effektiver Weg ist die Wälder langfristig zu schützen. Dies würde aber der Erschließung neuer Einkommensquellen bedürfen - Brunei verfügt über Gas und Öl. Wirft man einen Blick auf den United Nations Human Development Index, der Lebenserwartung, Bildung und Einkommen einschließt, kann man sehen, dass Brunei vor Malaysia im Ranking steht. Das sind gute Nachrichten für andere tropische Staaten, die reich an Mineralien sind und über große Flächen unberührter Regenwälder verfügen. Wohlstand und Reichtum einer Nation sind demnach nicht an großflächige Abholzung gekoppelt. Der Ausschluss der Holzindustrie ist also eine erstrebenswerte Maßnahme zur Erhaltung der Regenwälder, die nicht zwangsläufig die Entwicklung eines Landes negativ beeinflusst. Der Vergleich zeigt auch, dass eine langfristige Ausgliederung der Holzindustrie mehr Erfolgsaussichten verspricht, als ein kleines Netzwerk an geschützten Flächen.

In den stark abgeholzten Regionen von Sabah und Sarawak sind andere Maßnahmen notwendig, da es dort kaum noch unberührte Waldflächen gibt, die es zu schützen gilt. Der Fokus sollte auf die bereits stark abgeholzten Wälder gelegt werden. Gerodete Wälder in den Tropen neigen zu Übergangswäldern. Wälder, die bereits von Abholzung betroffen sind tendieren aufgrund der vorhandenen Infrastruktur stärker zu einer kompletten Rodung. In Sabah und Sarawak wurde innerhalb der letzten 20 Jahre eine Vielzahl von Straßen in denselben Wäldern angelegt. Wiederholte Rodungen innerhalb kurzer Zeiträume bedeuten für die Wälder eine starke Ausdünnung und am Ende steht eine absichtliche Umwandlung zu Plantagen an, die teilweise durch „zufällige“ Feuer beschleunigt wird. Dies könnte auch für die Wälder in Sabah und Sarawak zutreffen, falls nichts zu deren Schutz unternommen wird.

Unserer Meinung nach kann das REDD Programm eine tragende Rolle dabei spielen. Die ursprüngliche Aufgabe des REDD lag darin, Ländern mit tropischen Regenwäldern eine alternative Einkommensquelle zu bieten. Die malaysischen Staaten haben somit eine große Chance die Folgen des Raubbaus rückgängig zu machen, weiteren Kahlschlag ihrer Wälder zu verhindern, eine Aufforstung zu garantieren und die Einnahmen durch Ausgleichszahlungen zu ersetzen. Im Moment wird das alternative Szenario nur auf eine beschränkte Fläche des geschützten Regenwaldes angewandt. Das könnte bedeuteten das nur 8% der einst reichen Regenwaldfläche in Sabah und 3% in Sarawak in Zukunft erhalt sein wird.
“Man kann den Grad der Abholzung nur mit Hilfe von hoch-auflösenden Bildern bestimmen. Dies setzt jedoch mehr Zeit und eine bessere Technik voraus. Zum Glück hat Greg Asner vom Carnegie Institution for Science das letzte Jahrzehnt damit verbracht dieses Problem zu lösen. Das CLASlite-Programm verspricht Erfolge. Wenn man die Datenausgabe des CLASlite mit einer Karte der Infrastruktur kombiniert, die wir für unsere Studie digitalisiert haben, ist man in der Lage eine sehr genaue Karte der Aktivitäten im Regenwald zu entwerfen.“

Asner nennt das Ergebnis der Studie „ernüchternd“

Während einer Pressekonferenz sagt er: “Das Problem mit vorangegangenen Berichten ist, dass diese meist auf Satelliten Aufnahmen basieren, die einen Rückgang der Regenwaldfläche im malaysisch Borneo und andern tropischen Regionen nicht erkennen. Ich spreche hier von massiver Abholzung, die auf herkömmlichen Aufnahmen nicht sichtbar sind und den Anschein vermitteln, es handle sich immer noch um intakte Waldgebiete. Mit dem CLASlite-System ist es uns möglich, den Grad der Abholzung am inneren Laubdach zu erkennen und hier zeigt das System einen starken Rückgang.“

Zum Vergleich nennt der Wissenschaftler Brunei, das kleine Sultanat, das Sabah und Sarawak trennt. Um seine Wirtschaft aufrecht zu erhalten, ist Brunei von der Offshore Öl und Gas Industrie abhängig. Im Gegensatz zu Sabah und Sarawak, kam es dort kaum zu Rodungen. Die unterschiedliche Politik lässt große Abweichungen sichtbar werden, wenn es um Wälder geht. In Brunei sind nur 15% der Waldfläche von Abholzung betroffen und beinahe zwei-Drittel der Fläche sind intakt.

“Der Unterschied in den beiden Länder sei verblüffend“, sagten die Autoren. „Auf der malaysischen Seite der Grenze, konnte man ein dichtes Netz an Straßen und Pfaden erkennen und auf der andern Seite in Brunei waren kaum Straßen oder Pfade vorhanden.“

Die Autoren betonen, dass am Beispiel Bruneis zu erkennen ist, dass das Verbot der Abholzung von Primärwäldern eine bessere Strategie darstellt, als zu versuchen die Abholzung alter Baumbestände mit Hilfe von gezielten Rodungen zu kontrollieren.

“Die Geschichte der Forstwirtschaft in Sarawak und Sabah zeigt, dass der Versuch für eine Reformierung der Holzindustrie nicht zur sinnvollen Konservierung der Wälder beigetragen hat“, schreiben sie. „ Brunei sei ein besseres Beispiel. Dort wird die Abholzung von Wäldern von Anfang an vermieden, oder falls es zu Rodungen gekommen ist, wird diese Flächen in Ruhe zu lassen.“

“In Sarawak und Sabah, aber auch auf globaler Ebene ist die Lage von Tropenwälder so ernst, dass eine weitere Abholzung von Primärwäldern und die Zerstörung der Ökosysteme zu Gunsten der Holzindustrie, für diejenigen, die ernsthaft an der Erhaltung der Artenvielfalt und Ökosystemedieser Wälder interessiert, sind nicht zur Debatte stehen sollte.“

Für beide Staaten liegt die Herausforderung in dem Übergang weg von Abholzung und Plantagen hinzu Alternativen. Zurzeit wird sehr viel politischer Druck ausgeübt, nicht genutzte, überholzte Flächen in Plantagen umzuwandeln und nicht zu warten bis sich diese erholt haben. Obwohl beide Staaten über große offshore-energie Vorkommen verfügen, fließen die Einkünfte hieraus in eine zentrale Regierung. Dies wiederrum bedeutet, dass weder Sabah noch Sarawak auf das Modell in Brunei bauen können.

Mehrere Personen, einschließlich der Autoren haben vorgeschlagen, dass das Reducing Emissions from Degradation and Deforestation (REDD) genügend wirtschaftlichen Anreiz bieten sollte, um die Wälder in malaysisch Borneo zu erhalten. Jedoch wurde kürzlich beschlossen, dass nur eine beschränkte Fläche an Regenwald für den Ausgleich in Frage kommt. Hinzu kommt, dass der aktuelle Stand des Kohlenstoffmarkts die Ausgleichszahlungen nicht wettbewerbsfähig macht gegenüber der Rodung und Umwandlung zu Plantagen. Für die nahe Zukunft gilt deshalb, dass das Schicksal des Regenwaldes in malaysisch Borneo von dem Willen und Einsatz der Bevölkerung abhängt.


Deforestation on a regional scale
Abholzung in Indonesien und Malaysia zwischen 2000 und 2010. Nach Erkenntnissen (Global Change Biology, 2011) von Jukka Miettinen und Kollegen verlor Borneo 12% seiner Regenwaldfläche (und 25% seiner Torfgebiete) in diesem Zeitraum.


Zitate: Jane E. Bryan, Philip L. Shearman, Gregory P. Asner, David E. Knapp, Geraldine Aoro, Barbara Lokes (2013). Extreme Differences in Forest Degradation in Borneo: Comparing Practices in Sarawak, Sabah, and Brunei. PLoS ONE 8(7): e69679. doi:10.1371/journal.pone.0069679







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