|
|
|
|
Neue Strategien zur Erhaltung der tropischen Wälder Rhett A. Butler & William F. Laurance mongabay.com 26/8/2008 Der Wechsel von Entforstung aus Armut zur Entforstung aus Geschäftsgründen hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Erhaltung der Wälder.
Einleitung Tropische Wälder sind die reichhaltigsten Ãkosysteme auf der Welt und spielen eine lebenswichtige Rolle in lokaler Wasserkunde, Kohlenstoffspeicherung, und dem globalen Wetter. [1,2]. Dennoch schreitet die Entwaldung rasend weiter fort, mit einer Fäll- oder Zerstörungsrate von ca 13 Millionen Hektar Wald pro Jahr. [3]. Obwohl sich diese Rate an sich nicht allzusehr verändert hat in den letzten Jahrzehnten [3], so haben sich doch die Triebkräfte, die zur Entwaldung führen geändert — von der hauptsächlich aus Ãberlebensgründen Zerstörung zwischen den 1960er Jahren bis zu den 1980er Jahren, hin zu den weit mehr auf Industrialisierung basierenden Triebkräften in der heutigen Zeit. [4—6]. Dieser Trend hat weitreichende Folgen für die Erhaltung der Wälder.
In den letzten Jahren hat sich die Beeinflussung der ländlichen Völker auf die tropischen Wälder stabilisiert, in manchen Regionen scheint sie sogar zurückgegangen zu sein Obwohl es in vielen tropischen Nationen immer noch einen ziemlich hohen Anstieg der Bevölkerungszahle gibt, wächst die Zahl der Landbevölkerung weniger duch eine verstärkte Landflucht ( bis auf Schwarzafrika) und in einigen Staaten fällt ihre Zahl sogar. (Figure 1) [14,15]. Die Popularität der groÃangesiedelten Grenzkolonisationsprogramme hat ebenfalls in mehreren Ländern nachgelassen [5,16,17]. Sollten diese Trends andauern, könnten sie einigen Druck auf die Wälder reduzieren, der durch die Kleinbauern, das Jagenund dem Sammeln von Feuerholz hervorgerufen wird. [18].
Obwohl wir uns wie andere auch über diese industriemäÃige Entwaldung (Figur 2) Sorgen machen, wollen wir hier darlegen, daà dieser neue Trend auch Signale neuer Möglichkeiten anzeigt, wie man den Wald schützen und behandeln kann. Anstelle zu versuchen Hunderte von Millionen von Waldkolonisten in den Tropen zu beeinflussen —selbst im Besten Falle eine schier unmögliche Aufgabe -, können die Naturschutzbefürworter ihre Aufmerksamkeit auf eine wesentlich kleinere Gruppe von Resourcen ausbeutenden Firmen konzentrieren. Viele dieser Firmen sind multinationale oder ladeseigene Firmen , die einen Zugang zu den internationalen Märkten suchen. [6,19—22], und dies zwingt sie ein offense Ohr für die wachsende Besorgtheit um die Umwelt der weltweiten Konsumeten und Aktionäre zu haben. Sollten sie einen Fehler begehen sind sie verwundbarer gegen Angriffe auf ihr öffentliches Image. Das Kofrontieren von Firmen
Die gegenwärtigen Trends machen es den Umweltschutzgruppen leichter Resourcen ausbeutende Industrien umzustimmen. Durch den GröÃeneffekt ist es für multinationale Firmen oft effektiver ihre Aktivitäten auf einige gröÃere Länder zu konzentrieren. Dadurch reduzieren sie die geographischen Gebiete, die die Umweltschützer aktiv überwachen müssen. Zusätzlich formen viele Industrien aus Angst vor schlechter Publicity Gruppen, die von sich sagen, daà die Mitglieder dieser Gruppen umweltfreundlich handeln. Beispiele dieser Industrien sind: "Aliancøa da Terra for Amazonian Cattle Ranchers "[31], der " Roundtable on Sustainable Palm Oil in Southeast Asia" und das "Forest Stewardship Council" für globale Holzindustrie. Dadurch können Umweltschützer sich auf einige wenige Druckpunkte der Industrien konzentrieren anstelle zu versuchen auf hunderte verschiedener Firmen Druck auszuüben Firmen können nicht nur durch die Peitsche, sondern auch durch Zuckerstücke dazu bewegt werden aktiv zu werden. Firmen, die umweltfreundlich erzeugte Produkte kaufen werden oft von den Konsumenten bevorzugt, selbst bei teureren Preisen. Nach Quellen aus der Industrie [32], betrug z.B. der Verkauf von "grünen Holzprodukten, die naturschützend produziert wurden, in 2005 in den USA $7.4 Milliarden und es wird erwartet daà der Verkauf bis zum Jahre 2010 auf $38 Milliarden ansteigen wird. Diese Belohnungen haben vielleicht eine gröÃere Hebelkraft auf multinationnale Konzerne, da sie ihre internationalen Kunden und ihre Aktionäre glücklich machen möchten, als auf lokale firmen, die nur in Entwicklungsländern arbeiten. [33]. Neue Herausforderungen Der ansteigende Einfluà von Firmen als Abholzer hat auch schwerwiegende Nachteile. Industrialisierung kann die Zerstörung der Wälder beschleunigen, indem ein Gebiet nicht mehr arbeitsintensiv von Hand durch einzelne gerodet wird, sondern einfach von Bulldozern flachgewalzt wird. Aber die Aktivitäten von Industrien wie Holzindustrie, Bergbau, Ãl- und Gasförderung tragen auch indirekt zur Zerstörung der Wälder bei, indem sie Anstoà zu StraÃenbau in den Waldregionen geben. Sind diese StraÃen erst einmal gebaut, können sie eine unkontrollierte Invasion von Kolonisten, Jägern und Landspekulanten zur Folge haben. [20,21,24].
Und letztlich kann auch eine groÃe Anzahl an umweltbewuÃten Konsumern nicht garantieren, daà eine Firma sich richtig benimmt. (see Box 1). Viele Firmen sind des "Grünwaschens" beschuldigt worden — sie produzieren scheinbar grüne Produkte, die aber nur wenig für die Umwelt tun. In der tropischen Holzindustrie haben z.B. einige dubiose industriegesponserte Gruppen versucht mit öko-beglaubigenden Institutionen, wie das Forest Stewardship Council [35] zu konkurrieren. Das Folgen der Route von Produkten vom Wald bis hin zum Endkonsumer - durch eine Kette von Mittelsmännern, Herstellern und Einzelhändler — kann auch extreme Schwierigkeiten hervorrufen. So hat z.B. Greenpeace [36] vor Kurzem bekannt gemacht, daà Nahrungsmittelriesen, wie Nestlé, Procter and Gamble und Unilever Pallmenöl benutzen, welches auf Land hergerstellt wurde, daà vor Kurzem noch Waldland war, obwohl die Roundtable on Sustainable Palm Oil Gruppe etwas anderes behauptete. Diese Komplikationen belohnen die Schwindler und verringern die Vorteile der Firmen, die versuchen umweltfreundlich zu handlen.. Die Zukunft Obwohl es Schwierigkeiten gibt, müssen Naturschützer lernen, effektiv und mit Nachdruck mit den waldzerstörerischen Antriebskräften der Industrien zu behandeln. Solche Antriebskräfte werden sich mit Sicherheit vermehren, da die globalen industriellen Aktivitäten sich voraussichtlich um 300—600% bis 2050 vermehren werden, und ein groÃer Teil wird von den Entwicklungsländern kommen. [37]. Eine sich vergröÃernde Zahl von Firmen hat festgestellt, daà Umweldfreundlichkeit schlicht und einfach ein gutes Geschäft ist. Im Licht dieser Trends sehen wir die Notwendigkeit von Dialog und Diskussion zwischen den Gruppen der Industrie, Wissenschaftlern und Umweltschutzgruppen in den Tropen Neben dem Einfluà von Umweltgruppen wird die Industrie auch durch Regierungspolitik und internationale Abkommen beeinfluÃt, wie die "UN Framework Convention on Climate Change" und die "Convention on Biological Diversity". Die massiven Subventionen für Mais-Ethanol hat dem Markt durcheinander gebracht, da sie die Entwaldung im Amazonas unterstützen [23], während internationales Carbo Trading die schnelle Zerstörung in einigen Ländern verlangsamen könnte. [38,39].Weil diese politischen Einflüsse sich schnell ändern könen und doch weitreichende Einflüsse haben, müssen sie von Umweltschützern auf eigene Gefahr ignoriert werden. Wir befinden uns in einer sich wechselnden Situation. Auf der einen Seite sind rapide Globalisierung und industrieller Agraranbau, Holzschlag, Bergbau und Biotreibstoffproduktion die treibenden Kräfte der Zerstörung der tropischen Wälder. Auf der anderen Seite schafft ein sich verstärkendes BewuÃtsein in der Ãffentlichkeit über den Nutzen von Naturschutz wichige neue Möglichkeiten für den Schutz der Wälder. Umweltschutzinteressen könnten kraftvolle neue Waffen in ihre Hände bekommen indem sie durch das Informieren von Konsumenten es auf strategische Industrien absehen. In Anerkennung Wir danken Thomas Rudel, Robert Ewers, Susan Laurance, Katja Bargum und drei anonymen Referenten für viele hilfreiche Kommentare . Herausforderungen bein der Ãko-Beglaubigung In den Tropen, wie auch anderswo, gibt es einige groÃe Hürden zu überwinden. Selbst wenn die Konsumer ökofreundliche Produkte bevorzugen, kann die Beglaubigung Schwierigkeiten haben durch Korruption und schwacher Führung, ineffektive MaÃnahmen, die umweltfreundlichkeit zu überprüfen und das Einführen von nicht beglaubigten Produken auf den Markt. So wurde z.B. das "Forest Stewardship Council (FSC)", oft als der goldene Standard in der Holzproduktion angesehen, von mehreren Umweltgruppen heftig kritisiert. [40]. Kritiker meinen daà die Beglaubigung von "gemischten Quellen" durch FSC , wie Möbel, die nur teilweise aus umweltfreundlicher Produktion stamen, der Glaubwürdigkeit schadeten Die Beglaubigung von einigen dubiosen Holzprojekten, wie monokulturelle Plantagen auf ursprünglichem Waldland dem der Kennzeichnung geschadet hat. [40]. Im letzen Jahr muÃte FSC nach einer Untersuchung durch das Wall Street Journal eine Beglaubigung für die Asia Pulp and Paper Company in Singapur widerrufen, wegen seiner Umweltschädlichen Aktivitäten auf der indonesichen Insel Sumatra [41]. Korruption und Betrug sind auch zu bedenken. Kollaboration mit korrupten Beamten erlaubt es einigen Firmen falsche Beglaubigungen für ihre Produkte zu erhalten, während andere Firmen behauptete Beglaubigungen zu haben, wenn es in Wirklichkeit nicht so war. In einem Report über illegales Holzfällen in Südostasien, der vor Kurzem erschienen ist wurde bekannt, daà mindestens zwei groÃe Möbelfirmen ihre Produkte als umweltfreundlich beglaubigt verkauften, obwohl sie keine solche Beglaubigung hatten. [42]. Eine andere Herausforderung besteht in der Bewertung von diversen Aktivitäten der internationalen Holzindustrie. Umweltschutz beglaubigende Gruppen wurden beschuldigt sich zu sehr auf das Abholzen allein zu beschränken und andere umweltschädliche Aktivitäten zu ignorieren. [40]. Auch kaufen viele Holzfirmen Holz von verschiedenen Quellen und haben andere Firmen unter Vertrag. Es kann sehr schwierig sein festzustellen, ob diese Tochter- oder Partnerfirmen an zerstörerischem Abschlag beteiligt sind. In addition, timber corporations frequently buy timber from various sources and subcontract to other firms, and [36]. Letztlich meinen einige Kritiker, daà selbst beglaubigt umweltfreundliche Firmen auf lange Sicht wirklich naturschützend sind. Wiederholtes Abholzen in alten Wäldern kann das Binden des Kohlenstoffes reduzieren und den Lebensraum degradieren. Dadurch wird die Artenvielfalt gefärdet. [1]. Des weiteren sind Wälder in denen Holz geschlagen wird leichter Verwundbar gegen Austrocknen, Feuer und Entwaldung als unberührte Gebiete. [24,43]. Butler, R.A. and Laurance, W.F. (2008). New strategies for conserving tropical forests. Trends in Ecology & Evolution 974, Sept 2008.
|
![]() |
MONGABAY.COM Mongabay.com versucht das Interesse und die Wertschätzung der Wildnisse und ihrer Tierarten zu fördern , und zu erforschen wie sich Trends und Veränderungen im Klima, in der Technologie, in der Volkswirtschaft und in Finanzen auf die Umwelt und die Entwicklung auswirken. |
|
©2007 Rhett Butler |